Treckerprotest zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt

Bündnis aus Landwirtschaft und Gesellschaft fordert: „Haltung zeigen für Vielfalt“

Gemeinsame Pressemitteilung von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Sachsen-Anhalt, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, Die Linke Sachsen-Anhalt, Rübchen e.V., Initiative Grüne Gewerke IGG FAU, Halle Zero, Fridays for Future Halle

Treckerprotest zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt

Bündnis aus Landwirtschaft und Gesellschaft fordert: „Haltung zeigen für Vielfalt“

Halle, 16.1.2026: Mit Traktoren und Bannern protestierten heute etwa 100 Bäuer:innen, Landarbeiter:innen und Bürger:innen sowie verschiedene Organisationen aus Sachsen-Anhalt auf dem Marktplatz in Halle für Vielfalt und gegen gesellschaftliche Spaltung. Unter dem Aktionsmotto „Haltung zeigen! Stadt und Land gemeinsam für Vielfalt“ forderten die Demonstrierenden dazu auf, im Rahmen des Wahljahres in Sachsen-Anhalt Haltung zu zeigen für ein konstruktives Miteinander, eine gleichberechtigte Weiterentwicklung von Stadt und Land, den Erhalt unserer ökologischen Grundlagen und gegen Ausgrenzung. Die Demonstration ist dabei Teil der bundesweiten „Wir haben es satt“-Demonstration, die am Tag darauf in Berlin stattfindet.

Anlässlich der Demonstration finden Sie hier die Stellungnahmen der verschiedenen Organisationen:

Jessica Haby, Gärtnerin aus Halle und Geschäftsführerin der AbL Sachsen-Anhalt: „Im Wahljahr möchte ich daran erinnern, wie wichtig gesunde Böden, sauberes Wasser und eine regionale Versorgung durch uns Landwirte sind. Sachsen-Anhalt muss auf starke ländliche Strukturen setzen – durch Förderung einer vielfältigen Landwirtschaft und regionaler Verarbeitung. Parteien, die den Klimawandel leugnen und Nachhaltigkeit blockieren, schaden uns Landwirten. Wir stellen uns den aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel, brauchen dafür aber politische Unterstützung.“

Madeleine Linke, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt: „Diversität, klare Haltung, Klimaschutz und -anpassung sowie soziale Gerechtigkeit sind unverzichtbar egal ob in der Stadt oder auf dem Land oder ob in der Landwirtschaft oder in der Gesellschaft. Deswegen stehen wir gemeinsam mit einem breiten Bündnis für diese Werte lautstark ein egal ob in Halle oder Haldensleben.“

Wenke Dargel, Direktkandidatin für Die Linke Halle (Saale) zur Landtagswahl 2026: „Wir brauchen eine Agrarpolitik, die Vielfalt in der Landwirtschaft ermöglicht und nicht weiter erschwert. Dafür müssen den Preiskrisen Perspektiven entgegensetzt werden und keine neuen Freihandelsabkommen wie Mercosur. Das gelingt, wenn die sozialen und ökologischen Leistungen der Landwirt*innen endlich einkommenswirksam entlohnt werden.“

Kersten Knoerzer, Vorstand des Rübchen e.V., der größten und ältesten Verbraucherkooperative Halles: "Welche Interessen stehen hinter Konzernsupermärkten, Werbung, Nudging, Lebensmittelindustrie und all den miesen Arbeitsbedingungen im Lebensmittelsektor? Unsere nicht - und auch nicht die der bäuerlichen Landwirtschaft! Daher organisieren aktuell 270 Mitglieder den selbstorganisierten Lebensmittelladen Rübchen. Und damit das so bleiben kann, solidarisieren wir uns mit den Forderungen der bäuerlichen Landwirtschaft: Erzeugung und Vertrieb von Lebensmitteln sind zu wichtig für Mensch und Natur, als dass sie der Kontrolle weniger Großkonzerne überlassen werden dürfen." 

Jasmin Hofer, Gemüsegärtnerin aus Sachsen, Initiative Grüne Gewerke IGG FAU: „Während wir schwindelerregend schnell die planetaren Grenzen überschreiten und die Zukunft der Menschheit gefährden, drücken Konzernchefs von Tesla, OpenAI, Palantir, Nestle, Cargill, Monsanto-Bayer, Chiquita und Co weiter aufs Gas. Sie unterstützen militante rechte Parteien, bauen Bürgerrechte ab, lassen Aktivist:innen ermorden, schlagen Streiks nieder – und behindern so die Lösung unserer ökologischen und sozialen Probleme. Haltung zeigen heißt gewerkschaftliche, antifaschistische und ökologische Kämpfe zusammenzuführen und eine alternative Wirtschaftsordnung aufzubauen.“

Anlass:

2026 ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die letzten Umfragen zeigen dabei, dass die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextreme Partei AfD bei etwa 40% liegt. Wir, als Bäuerinnen und Bauern und als Bewohner:innen ländlicher Räume in Sachsen-Anhalt wollen mit der Demonstration Haltung zeigen gegen rechtsextreme Parteien, Ausgrenzung, Spaltung und Rückschritt. Dabei ist es uns wichtig, gemeinsam mit Städter:innen auf die Straße zu gehen. Den Demoaufruf finden Sie hier.

Die Traktoren fahren im Anschluss weiter nach Berlin zur Demonstration „Wir haben es satt“, die am Samstag, den 17.1.2026, in Berlin stattfindet. Dort steht die Demonstration unter dem Motto „Haltung zeigen! Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“. Weitere Informationen zur Demo in Berlin finden Sie hier: https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/aufruf

Bildredaktion:

Hier stehen Ihnen Pressebilder zur freien Nutzung zur Verfügung. Als Quelle geben Sie bitte AbL Mitteldeutschland an.
 

Kontakt für Rückfragen 

Jessica Haby, Geschäftsführerin AbL Sachsen-Anhalt
Mail: sachsen-anhalt[at]abl-ev.de
Tel: 015754816611
 
Jan Brunner, Geschäftsführer AbL Mitteldeutschland
Mail: mitteldeutschland[at]abl-ev.de
Tel.: 0157-58084436